Aus dem Institut

des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie

Liste wird gefiltert nach:

Filter zurücksetzen
Ausschnitt aus der Unterschriftenzeile eines toledanisch-kastilischen Testaments (1129)

In Bd. 350 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte untersucht Tim Knoche den Rechtsbegriff albacea des spanischen Código Civil als Ergebnis einer mehrstufigen Rechtsrezeption: vom islamischen waṣī über die mozarabische und kastilische Urkundenpraxis Toledos bis zur binnenkastilischen Verbreitung, exemplarisch belegt für das spätmittelalterliche Sevilla. mehr

Wordcloud

Bd. 332 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte widmet sich der Ausdifferenzierung der deutschen Rechtswissenschaft um 1900. Im Fokus stehen die Entstehung neuer Teildisziplinen, der Wandel des Selbstverständnisses etablierter Fächer sowie grundlegende Debatten in Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie, die den Weg zu einer pluralen Rechtswissenschaft prägten. mehr

Spezial-Karte der Samoa-Inseln mit Plänen der Häfen von Apia und Saluafata. Public Domain

Deutschlands koloniale Vergangenheit steht wieder im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Band 27 der Global Perspectives on Legal History leistet dazu einen Beitrag, indem es untersucht, wie während der deutschen Herrschaft in Samoa (1900–1914) Familienrecht als Mittel der Kolonialverwaltung eingesetzt wurde. Anhand der Aspekte Ehe, Scheidung, Staatsangehörigkeit, Abstammung und Unterhalt zeigt Julia Hütten, wie Regeln über den höchstpersönlichen Lebensbereich zu Instrumenten kolonialer Herrschaft wurden und zugleich Vorstellungen von „Deutschtum“ spiegelten.  mehr

Gruppenbild

This year's Max Planck-ASLH Dissertation Prize for European Legal History in Global Perspective recognizes two remarkable works. Vladislav Lilić and Daniel R. Quiroga Villamarín offer research that enriches the study of state formation, international order, and the built environments that shaped global governance. mehr

Die chinesische Mauer

At our Institute, we explore law, its history and theory from a global perspective and work to deepen understanding of its role in society. Our work on China, a country frequently seen through the narrow lens of geopolitics, shows how meaningful understanding emerges from dialogue, careful study and exchange. This commitment was reinforced in October, when our director Professor Thomas Duve and Professor Xie Zengyi of the Chinese Academy of Social Sciences signed a Memorandum of Understanding.  mehr

Ein geometrisch-abstraktes Gemälde auf schwarzem Hintergrund. Mehrere farbige Rechtecke und Linien überlagern sich in Gelb, Grün, Grau und Weiß. Die Formen sind klar abgegrenzt, teils transparent, wodurch neue Farbtöne an den Schnittpunkten entstehen. Eine diagonale weiße Linie verleiht der Komposition Dynamik.

Die Sprache der Verfassung bildete sich aus dem Zusammenspiel von Rechtstheorie, politischer Philosophie und historischen Narrativen heraus. Band 26 der Global Perspectives on Legal History analysiert die Gegenbegriffe von Verfassung und Willkür und beleuchtet die Logik hinter diesem Diskurs im Argentinien des 19. Jahrhunderts. Er untersucht die Zäsur zwischen dem traditionellen Wissen des ius commune und dem modernen Recht anhand des Übergangs vom arbitrium iuris zur Vorrangstellung staatlichen positiven Rechts.  mehr

Thomas Duve und XIE Zengyi an einem Tisch sitzend bei der Unterzeichnung des Memorandums.

Eine sechsköpfige Delegation des Institute of Law an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) unter Leitung des Vizedirektors Professor XIE Zengyi (谢增毅) besuchte Mitte Oktober unser Institut zum Start einer Kooperation für den nachhaltigen Austausch in Rechtsgeschichte und Rechtstheorie. Höhepunkt des Besuchs war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding durch Professor Thomas Duve und Professor XIE – ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen nachhaltig zu stärken. mehr

Stefan Vogenauer

Vor zehn Jahren, am 1. Oktober 2015, hat Stefan Vogenauer seine Tätigkeit als Direktor am Institut aufgenommen und die Abteilung für europäische und vergleichende Rechtsgeschichte aufgebaut. Die Projekte zur Rechtsgeschichte der europäischen Integration knüpfen auf innovative Weise an die Forschungstradition des Instituts an. Die Geschichte des Rechtstransfers in der Welt des Common Law, ein zweiter Schwerpunkt der Abteilung, hat dem Institut Fenster in eine andere Welt eröffnet. Als Sprecher des Netzwerks Max Planck Law hat er das Netzwerk der juristischen Institute in der Max Planck Gesellschaft maßgeblich aufgebaut, als Sektionsvorsitzender seit einigen Monaten zusätzliche Verantwortung übernommen. Wir danken für seinen großen Einsatz und freuen uns auf die nächste Dekade. mehr

Mehrere Hände halten blaue Ausgaben der Zeitschrift „Rechtsgeschichte Legal History“.

Jede Rechtsgeschichte beginnt mit einer Quelle, und jede Quelle hat ihre eigene Sprache. Ob ein römischer Text in koptischer Sprache, ein betriebliches Hausrecht oder ein digitaler Korpus von Kriminalfällen – all das eröffnet unterschiedliche Blicke auf die Vergangenheit des Rechts. Die Beiträge in der aktuellen Ausgabe unserer Institutszeitschrift Rechtsgeschichte – Legal History machen deutlich, dass Quellen niemals neutral sind. Sie prägen, was wir als Recht verstehen, und ihre Bedeutung entsteht im Prozess von Übersetzung, Praxis und Interpretation. mehr

Gemälde einer mittelalterlichen Gerichtsverhandlung, bekannt als das „Leichensynode“ (Synodus Horrenda). Im Zentrum sitzt die mumifizierte Leiche eines Papstes, in päpstlicher Kleidung und Krone, auf einem Thron. Links steht ein wütender Kirchenmann, der mit erhobenem Arm anklagend auf die Leiche zeigt. Hinter ihm sitzen weitere Geistliche in weißen Mitren. Ein dunkler Richterpult trennt die Szenen. Der Hintergrund zeigt Steinmauern mit roten Kreuzen.

Band 334 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte vereinigt die Ergebnisse dreier trilateraler Forschungskonferenzen, die 2018–2020 in der Villa Vigoni stattfanden. Er geht der Frage nach, wie die Kirche zwischen 500 und ca. 1500 n.Chr. mit den Mitteln des Rechts auf krisenbedingte Konflikte reagierte. Untersucht werden kircheninterne Differenzen, Streitfragen, Streitfälle und ambivalente Konflikte an der Schnittstelle zwischen innerer und äußerer Ordnung sowie externe Auseinandersetzungen. mehr

Nahaufnahme eines abgenutzten Ledereinbands eines alten Buchrückens mit einer Inschrift in verblasster schwarzer Schrift, eingefasst von dekorativen Prägungen.

Ein unscheinbares Rückenschild mit der Signatur „Kan“ – und doch öffnet sich dahinter eine ganze Welt. In seinem Blogbeitrag „Alte Drucke mit der Signatur Kan“ zeigt Christoph H. F. Meyer, wie Gelehrte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit das Lesen, Zitieren und Herrschen im Medium des Kirchenrechts erlernten. Anhand von Quellen zwischen römischem Recht, Kanonistik und Theologie rekonstruiert Meyer die Praxis der dichten Abkürzungen und Studienhilfen, die Vorstellungen von Normativität prägten. mehr

Historischer Arbeitsraum mit blauen Wänden, hohen Fenstern, einem großen Ofen und Tischen voller Bücher und Papierstapel.

Band 347 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte widmet sich dem Alltag der Kammerverwaltung im preußischen Minden-Ravensberg des 18. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Frage, wie Bürokratie zur Selbstverständlichkeit werden konnte – warum Akten studiert, Kollegen ertragen und Hierarchien akzeptiert wurden. Die quellennah arbeitende Studie von Lasse Stodollick verbindet systemtheoretische und mikrohistorische Perspektiven und zeigt, dass es weniger Herrscherpläne bedurfte als vielmehr der Wirkung von Vorgaben, Verfahren, informalen Absprachen und Schriftgebrauch. mehr

Eine große Rakete steht auf einer Startrampe im Morgenlicht, Flammen schießen aus ihrem Triebwerk. Doch schwere Ketten halten sie am Boden fest, die an riesigen Stapeln aus Aktenordnern und Papier befestigt sind. Auf einem Ordner ist ein Paragrafenzeichen (§) sichtbar. Im Hintergrund geht die Sonne auf und taucht die Szene in warmes Licht.

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) prägt seit Jahren die Arbeitsbedingungen in der deutschen Wissenschaft. Doch die Regelungen zur Befristung wissenschaftlicher Beschäftigungsverhältnisse lösen immer wieder Kritik aus – sie erzeugen Unsicherheit, erschweren planbare Karrieren und führen zu strukturellen Problemen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Marietta Auers Analyse zeigt am Beispiel des WissZeitVG, wie „zweckwidriges Recht“ nicht nur Innovation und Karrieren behindert, sondern ganze Reformdiskussionen festfahren kann. mehr

Historische Karte der Kanarischen Inseln, dargestellt in Form eines Skorpions mit detaillierten italienischen Beschriftungen. Die Inseln wie Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura bilden Körper und Schwanz des Skorpions. Die angrenzende nordwestafrikanische Küste ist als "Parte della Mauritania" bezeichnet. Die Karte trägt den Titel "Oceano Atlantico" und zeigt dekorative und künstlerische Elemente.

In Band 349 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte untersucht Julia Bühner die Eroberung der Kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert als Schlüsselmoment für die Entwicklung des modernen Völkerrechts. Bereits vor Kolumbus’ Ankunft in Amerika erkundeten europäische Mächte wie Frankreich, Portugal und Spanien die kanarischen Gewässer und trafen dort auf indigene Gesellschaften. Bühners Studie beschreibt diese Eroberung nicht als einseitigen Akt der Unterwerfung, sondern als Begegnung unterschiedlicher Rechts- und Normvorstellungen. mehr

Eine stilisierte Weltkarte in warmen Brauntönen ist mit einer horizontalen Zeitleiste überlagert, die von 2000 v. Chr. bis 2000 n. Chr. reicht. Entlang der Zeitleiste markieren schwarze Punkte historische Meilensteine, die verschiedenen Regionen zugeordnet sind, darunter Amerika, Afrika, der Nahe Osten, Südasien und Ostasien. Der Hintergrund wirkt wie gealtertes Pergament und verleiht dem Bild eine abstrakte, historische Atmosphäre.

Welche Rolle spielt Rechtsgeschichte für das Verständnis moderner Staatlichkeit? Wie lassen sich rechtliche Institutionen über Epochen und Kulturen hinweg sinnvoll vergleichen? Diese Fragen standen im Zentrum der 8. Tagung der European Society for Comparative Legal History (ESCLH), bei der sich Anfang Juli rund 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 30 Ländern austauschten. Diskutiert wurde über Kolonialrecht, Rechtsreformen, transnationale Transfers und methodische Grundfragen der Rechtsgeschichtsschreibung. Auch Mitarbeiter*innen des mpilhlt trugen zur Tagung bei. mehr

Mehr anzeigen
Zur Redakteursansicht