Seminar zur Rechtsgeschichte der Iberischen Welten

Seit 2010 ist dieses Seminar zu einem Forum geworden, um die Gastwissenschaftler/innen in unsere verschiedenen Projekte zu integrieren und sie einzuladen, die zentralen Fragen unserer Forschungsagenda im Bereich der Rechtsgeschichte der iberischen Welten zu diskutieren.

Das Seminar interessiert sich für die Untersuchung von Normativitätswissen und ihre Transformationen in den Kontexten der iberischen Welten, wo es reinterpretiert, ergänzt, modifiziert und angepasst wurden. Die Begegnung mit bis dahin fremden Völkern und Religionen, die Entfernung zu Europa und die weiten Distanzen innerhalb des erst langsam vermessenen Kontinents stellten die Juristen vor neue Herausforderungen. Auch Europa und sein Rechtsdenken veränderten sich. Bekannt sind die Debatten um Menschenrechte und politische Theorie auf der Grundlage scholastischer Rationalität im 16. und 17. Jahrhundert. Doch die spanische Monarchie musste zugleich auch Formen der imperialen Governance herausbilden, ohne die die Herrschaft über weite Distanzen unmöglich gewesen wäre. Rechtspluralismus, die Integration oder Unterdrückung kultureller Vielfalt, die unterschiedlichen Räume, auf die man stieß gaben dem Recht ihr Gepräge. Auch für die Kirche und ihr Recht öffnete sich eine neue Welt. Mission war die zentrale Rechtfertigung dieser Expansion, Religion das Fundament der frühneuzeitlichen Rechtskultur in den Überseegebieten der spanischen oder portugiesischen Monarchie. Auch die Erfahrungen mit dieser globalen Dimension des Kirchenrechts blieben nicht ohne Rückwirkungen auf das kirchliche Recht selbst, das ebenfalls imperiale Strukturen annahm. Die lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen des 19. Jahrhunderts standen ebenfalls in einem weltweiten Kontext und wirkten auf Europa zurück. Diese enge Bindung an Europa riss auch nicht ab. Im Gegenteil: gerade das lateinamerikanische Straf- und Zivilrecht des republikanischen Zeitalters weist komplexe Verbindungen zu vielen europäischen Staaten auf - nicht mehr nur zu Portugal und Spanien.

Die verschiedenen Gastvorträge des Seminars zur Rechtsgeschichte der iberischen Welten bieten Fallstudien, zur Erforschung unserer zentralen Fragen in diesem Forschungsfeld. Nähere Informationen zu diesem Seminar erhalten Sie bei Pilar Mejia.

Aufgrund der Pandemiesituation haben wir neue Gastvorträge im Seminar verschoben.

Una aproximación a las corporaciones en el pensamiento económico español del siglo XVIII.

Seminar zur Rechtsgeschichte der Iberischen Welten
  • Datum: 08.03.2021
  • Uhrzeit: 13:00 - 14:30
  • Vortragende(r): Edward Jones Corredera
  • Organisation: Pilar Mejía
  • Raum: Videoconferencia

Transdemocracia: um projeto em andamento

Seminar zur Rechtsgeschichte der Iberischen Welten
  • Datum: 15.02.2021
  • Uhrzeit: 14:00 - 15:30
  • Vortragende(r): Marcelo Neves
  • Organisation: Pilar Mejía
  • Raum: Videoconferencia
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