Fachsprache und Floskeln der Europarechtswissenschaft.
Eine historisch-kritische Untersuchung europarechtlicher Letztbegründungen
 

Promotionsvorhaben

Die europarechtliche Sprache ist wortreich, schwierig und ungenau. Wie kam es dazu und könnte es besser sein?

Gegenstand der Untersuchung ist ein tiefgreifender europarechtlicher Sprachwandel, der sich Ende der 1950er Jahre ereignete. Vor 60 Jahren stritten Juristen und Politiker heftig über den Supranationalitätsbegriff. In den gegenwärtigen Europawissenschaften erinnert daran auf den ersten Blick wenig. Allerdings bestimmt die Auseinandersetzung bis heute, wie wir über Europarecht sprechen.

Wie kam es etwa zu einer so eigenartigen Redeweise, das Europarecht fließe aus einer eigenen Rechtsquelle und sei damit eine autonome Rechtsordnung? Warum bezeichnen wir die europäische Integration ostentativ naiv als „Gemeinschaft“? Und nicht zuletzt: Was bedeutet eigentlich das Wort „Rechtsgemeinschaft“, um das vor einigen Jahren ein Deutungsstreit begonnen hat?Die Vorgehensweise der Untersuchung ist methoden-, metaphern- und theoriekritisch. Damit soll sie der europarechtlichen Grundlagenforschung einen sprachkritischen Ansatz hinzufügen. Wie befreien wir uns von der Verhexung unseres Denkens durch europarechtliche Sprache?

 

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