Die Gestaltung des Konzepts der kirchlichen Global Governance

MD Projekt

Die Entwicklung der Informationstechnologien war in den letzten Jahren einer Reihe von Transformationen unterworfen, die sich vom Dokumenten-Web über das Daten-Web bis hin zum Linked (Open) Data (LD oder LOD) Web entwickelt haben. Im Bereich des Knowledge Engineering und der Repräsentation wird die Sprache Resource Description Framework (RDF) verwendet, die es ermöglicht, die gespeicherten Daten verständlich zu machen, während Ontologien als Teil von Linked Data Meta(daten)schemata sind, die Konzepte und ihre Beziehungen formal beschreiben. Dieser signifikante Einfluss von Ontologie und semantischer Technologie auf das Datenbankdesign verspricht Vorteile wie verbesserte Interoperabilität, Wissensaustausch und Integration von Datenquellen. Ausgehend von der Annahme, dass das Feld der Digital Humanities noch in der Reifephase ist, sehe ich einen zunehmenden Bedarf an Unterstützung für die historische Forschungsdomäne, die Forschungsfragen basiert. Dies ermöglicht die Erfassung komplexer administrativer Zusammenhänge in Zeit und Raum, auf verschiedenen geographischen Ebenen und über die Zeit. Nachdem ich zwei Jahre als studentische Hilfskraft in der Max-Planck- Forschungsgruppe Die Regierung der Universalkirche nach dem Konzil von Trient die Projekte der Digital Humanities betreut habe, habe ich mich entschieden, meine Masterarbeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe zu schreiben.

Das Ziel dieses Projekts ist es, eine Web Ontology Language (OWL) zu entwickeln, ein Ontologie-Modell zur Beschreibung der kirchlichen Führungs-Entitäten der katholischen Kirche und ihrer Veränderungen im Laufe der Zeit, wobei ein Linked Data (LD)-Ansatz gewählt wird, der sowohl von Menschen als auch von Maschinen verstanden werden kann. Diese Ontologie ist der notwendige erste Schritt zur Visualisierung von Regierungs-, Status- und territorialen Veränderungen im Laufe der Zeit und ermöglicht es, die Entwicklung der kirchlichen Geographie in der katholischen Welt zu identifizieren. Das Projekt basiert auf einem ersten, durch die Forschung erarbeiteten Datensatz, der die Metadaten verschiedener Phasen in den historischen Stadien der Governance kirchlicher Einheiten in der katholischen Kirche enthält. In diesem Rahmen werde ich mich auf die Entwicklung von diözesanähnlichen Entitäten konzentrieren, die in den Datenbanken, welche von dieser Forschungsgruppe erarbeitet werden, von entscheidender Bedeutung sind. Der Datensatz umfasst die Namensvarianten der Diözesen (die standardisierten und Alias-Namen), die kirchlichen Verwaltungseinheiten als Kategorien der kirchlichen Institutionen, sowie deren administrative Zugehörigkeit im Kontext des kanonischen Rechts in Verbindung mit den zeitlichen und räumlichen Daten, in denen sie existieren. Eine Herausforderung wird es sein, den Wandel der territorialen Gliederungen zu bestimmen, die nicht durch politische, sondern durch kirchliche Grenzen definiert waren. Dies führt zu den Forschungsfragen: Was ist ein geeigneter Ontologieansatz, um die administrativen Territorien der katholischen Diözesen darzustellen? Welche Vorteile ergeben sich für das Forschungsprojekt bei der Anwendung dieses Ansatzes?

Aus der Sicht der Digital Humanities ermöglicht das Projekt eine abstrakte und quantitative Betrachtung der Geschichte der kirchlichen Verwaltung und bietet einen Beitrag als Schnittstelle zur wissenschaftlichen Gemeinschaft, indem es die schematische Strukturierung und deren ontologische Repräsentation für die juristischen Archivmaterialien in der Frühen Neuzeit, insbesondere im Fall der positiones der Kongregation des Konzils, definiert. Dies kann schließlich neue Perspektiven aufzeigen, wie die Rechtsprechungsprozesse in der Römischen Kurie in der Frühen Neuzeit verwaltet, organisiert und durchgeführt wurden, und spielt eine Rolle für das Verständnis der Beziehungen zwischen kirchlichen Regionen und dem Apostolischen Stuhl sowie zwischen Bittstellern und Juristen.

Zur Redakteursansicht