Transnationales Recht und das Ende der Welt

Lecture

  • Datum: 11.06.2026
  • Uhrzeit: 17:15 - 18:45
  • Vortragende(r): Peer Zumbansen
  • (McGill University Montreal)
  • Ort: mpilhlt
  • Raum: Z 01
  • Gastgeber: Fabian Steinhauer
  • Kontakt: steinhauer@lhlt.mpg.de
Marmorskulptur eines knienden Atlas, der eine große Himmelskugel auf den Schultern trägt. Die Kugel ist mit Reliefdarstellungen verziert. Die Statue steht in einem abgedunkelten Ausstellungsraum vor einem sternenähnlichen Hintergrund mit blauen Sternbildern.

Rechtssoziologische und rechtstheoretische Reflektionen über das Verhältnis zwischen Recht und Katastrophe

Dass das Völkerrecht in einer Krise steckt, wird allseits anhand von Beweisstücken geopolitischer Fragmentierung und unilateraler Gewaltausübung beklagt. Dass aber das Völkerrecht selbst Ausdruck und Emblem einer Krise ist, die sich in unverarbeiteter historischer und fortdauernder Ausbeutung und Unterdrückung manifestiert, wird seit vielen Jahren von Vertreter:innen postkolonialen Völkerrechts und antirassistischer Kapitalismuskritik argumentiert. Aber auch diese Formen fach- und diskursinternen Widerstands drohen gegen eine transnationale Machtinfrastruktur leer zu laufen, die sich seit Jahrzehnten über Wertgüterketten, Plattformunternehmen und Investitionsfonds ausdifferenziert hat. Auch wenn die konstitutierende Rolle des Rechts in der Ermächtigung und Konsolidierung dieser transnationalen Wirtschafts- und „governance“ Regimes wird zunehmend von Rechtssoziolog:innen und „law & political economy“ Forscher:innen in den Mittelpunkt gerückt wird, sind Angriffsflächen und Neuausrichtungen nicht leicht zu fixieren. Wie aber lassen sich alternative und transformative Rechtsmobilisierungen denken, ohne die Hoffnung vor allem auf vermeintliche Entscheidungsoptionen à la ‚mehr‘ versus ‚weniger Staat‘ zu setzen? An welche methodologischen Lernerfahrungen des Rechts kann hier womöglich angeknüpft werden?

Prof. Dr. Peer Zumbansen LL.M. (Harv.) ist Inhaber des Elizabeth Carmichael Monk Lehrstuhls für Wirtschaftsrecht an der McGill Universität in Montreal. Zuvor war er der Gründungsdirektor des Transnational Law Institute und Professor of Transnational Law am King’s College London und hatte zehn Jahre eine Canada Research Chair Forschungsprofessur an der Osgoode Hall Law School in Toronto inne. Licence en droit (Paris X); 1., 2. Staatsexamen Frankfurt / Hessen; LL.M. (Harvard); Promotion zum Dr. jur. und Habilitation an der Goethe Universität Frankfurt. Mitbegründer und Mitherausgeber des German Law Journal 2000-2013 und Herausgeber von Transnational Legal Theory (seit 2012).

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