Si in evidentem utilitatem
The Congregation of the Council, Religious Orders and the Alienation of Temporal Goods in the Papal States (Marche, 17th Century)
Francesco Giuliani
Global Perspectives on Legal History 30
Frankfurt am Main: Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie 2026. XVI, 306 S.
Online-Ausgabe: Open Access (PDF-Download, Lizenz: Creative Commons CC BY 4.0 International)
Druckausgabe: 23,45 € (Print on Demand bei ePubli)
ISSN 2196-9752
ISBN 978-3-944773-58-2
eISBN 978-3-944773-59-9
Zitatlink für die Online-Ausgabe: http://dx.doi.org/10.12946/gplh30
Das Dekret De rebus regularium non alienandis (1624), das von der Konzilskongregation zum Schutz des weltlichen Vermögens religiöser Orden erlassen wurde, stellte eine weitreichende normative Maßnahme dar und war Ausdruck des Strebens der römischen Kirche nach administrativer Zentralisierung. Während sich die Kongregation die Befugnis zur Erteilung von Genehmigungen für die Veräußerung kirchlicher Güter vorbehielt, führte das Dekret zu einem komplexen Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit – dem iter si in evidentem –, an dem mehrere institutionelle Ebenen, Entscheidungsstufen und kirchliche Akteure beteiligt waren.
Die Analyse des si in evidentem-Verfahrens erweist sich als methodisch ergiebiges Instrument, um zu verstehen, wie die Konzilskongregation – ein Dikasterium, dessen Geschichte noch nicht hinreichend erforscht ist – im Kontext der Dispenspraxis mit lokalen und zentralen kirchlichen Institutionen interagierte. Insbesondere konzentriert sich diese Arbeit auf die Beziehungen zwischen den römischen Kongregationen, den Ordensgemeinschaften und den diözesanen Institutionen; aus rechtshistorischer Perspektive untersucht sie das Zusammenspiel zwischen dem ius proprium der Ordensgemeinschaften, dem von den römischen Kongregationen erlassenen Recht und der Rechtsprechung der Diözesangerichte. So beleuchtet sie die institutionellen und rechtlichen Dynamiken, die die Verwaltung kirchlichen Vermögens bestimmten.
Um die komplexen internen Abläufe kirchlicher Institutionen zu erforschen, stützt sich dieses Buch in großem Umfang auf juristische und administrative Quellen, die sowohl aus den „zentralen“ römischen Archiven als auch aus lokalen Archiven, wie Diözesan- und Klosterarchiven, stammen. Der Band betrachtet mehrere Ordensfamilien parallel (Kloster- und Bettelorden, Regularkleriker) und berücksichtigt dabei ihre jeweiligen institutionellen und verfassungsrechtlichen Merkmale. Der historisch-geografische Kontext, der den Hintergrund dieser Arbeit bildet, ist das Gebiet der Marken im 17. Jahrhundert. Der Blick auf diese Provinz des Kirchenstaates, die durch eine besondere administrative und kirchliche Zersplitterung gekennzeichnet ist, ist eine von Historikern bislang wenig genutzte Perspektive auf dieses Thema, insbesondere im Hinblick auf die Zentrum-Peripherie-Dynamik kirchlicher Institutionen.
Inhalt
XIII Acknowledgements
XV Acronyms (archives and sources)
XVI Abbreviations
1 Introduction
9 Chapter 1: The Congregation of the Council and the Marche Region (16th–17th century):
A Preliminary Survey.
61 Chapter 2: The De rebus regularium non alienandis:
A Post-Conciliar General Degree
107 Chapter 3: The Iter si in evidentem: A Voluntary Jurisdiction Procedure
189 Chapter 4: The Diocesan Stage
241 Overall Conclusions
247 Appendix
255 Documentary Annex
263 Sources and Bibliography
307 About the Author