Von Weimar nach China

Band 28 der Global Perspectives on Legal History erschienen

11. Mai 2026

Band 28 der Global Perspectives on Legal History verfolgt am Beispiel der sozialen Rechte die lange Reise der Weimarer Reichsverfassung nach China. Diese globale Rechtsgeschichte erzählt, wie chinesische Juristen und Gesetzgeber die Sprache der Verfassung nutzten, um Projekte gesellschaftlichen Wandels im 20. Jahrhundert zu konzipieren. Fupeng Li zeichnet die Wege nach, auf denen die deutsche Staatsrechtslehre und das Konzept der sozialen Rechte aus der Weimarer Verfassung in chinesischen Debatten aufgenommen wurden. Damit bietet er einen neuen Erklärungsansatz für die Frage, wie Verfassungen soziale Revolutionen durch die kulturelle Übersetzung von Rechten in Politik vermitteln. Im Zentrum der Analyse steht ein struktureller Wandel: vom rechtebasierten Modell der sozialen Ordnung der Weimarer Verfassung hin zum politikorientierten Konstitutionalismus, der das moderne China prägen sollte.

Fupeng Li ist Professor für Rechtsgeschichte an der China University of Political Science and Law (CUPL), Peking. Seit 2021 ist er Affiliated Researcher am mpilhlt; seit 2025 leitet er, gemeinsam mit Thomas Duve, die Max Planck Partner Group an der CUPL, “A Digital Global Legal History”.

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