Wie erzählt man Methodengeschichte? Ein Kommentar zu Jan Schröder
Jan Schröders Recht als Wissenschaft erschien erstmals 2001 und hat sich seitdem als Standardwerk zur Geschichte der juristischen Methodenlehre etabliert. In der dritten Auflage von 2020 reicht seine Analyse von der frühneuzeitlichen Topik bis in die Bundesrepublik — ein Panorama von über fünf Jahrhunderten.
Klassiker sind keine Heiligtümer. Der nun erschienene Kommentarband, herausgegeben von Marietta Auer und Stefan Vogenauer sowie Ralf Seinecke, stellt die Fragen, an der sich ein Standardwerk messen lassen muss: Stimmen die Epochenschnitte? Trägt die Erzählung? Was gerät aus dem Blick, wenn man die Geschichte der Rechtsmethode so und nicht anders erzählt?
Zehn Aufsätze gehen diese Fragen nach. Miloš Vec zeigt, dass Schröders Darstellung keine unpolitische Erzählung ist. Daniel Damler analysiert die formale Struktur des Werks. Arndt Kiehnle fragt, was die Methodengeschichte der heutigen Rechtsdogmatik noch zu sagen hat. Die übrigen Beiträge begleiten Schröders Epochen schrittweise — von den Anfängen der frühneuzeitlichen Rechtswissenschaft über das 19. Jahrhundert bis zu NS-Staat, DDR und Bundesrepublik. Den Abschluss bildet Jan Schröder selbst mit einer Replik auf seine Kritiker*innen.
Beigegeben ist die vollständige Rezensionsgeschichte des Werks. Wer verstehen will, wie dieses Buch gelesen, gelobt und bestritten wurde, findet hier das Material.