Auf den Spuren eines preußischen Germanisten und Rechtshistorikers
 

Bd. 351 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte erschienen

17. März 2026

In seiner Zeit war er einer der bedeutendsten deutschen Rechtsgelehrten und angesehensten Rechtshistoriker – doch heute ist sein Ruhm verblasst. Ernst Heymann, im preußischen Kaiserreich sozialisiert, wurde 1914 Professor für deutsches Recht, Handels- und Kirchenrecht an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. Damit folgte er Heinrich Brunner auf dem repräsentativsten Lehrstuhl für Rechtsgeschichte germanistischer Prägung nach und bekleidete weitere hochrangige Ämter: Er wirkte als Geheimer Justizrat, als „Sekretar“ des Präsidiums der Preußischen Akademie der Wissenschaften sowie als Direktoriumsmitglied der „Monumenta Germaniae Historica“.

Als Nachfolger des Gründungsdirektors Ernst Rabel leitete Heymann von 1937 bis zu seinem Tod 1946 zudem das Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung dieses Instituts hat sich Reinhard Zimmermann, der bis zu seiner Emeritierung 2022 Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg war, auf die Spuren des Wissenschaftlers und Menschen Ernst Heymann begeben. Neben dessen umfangreichem Œuvre und vielfältigen zeithistorischen Quellen konnte er persönliche Aufzeichnungen wie Tagebücher auswerten. Das so entstandene anschauliche Porträt zeichnet Leben, Werk und Wirken eines Mannes nach, der, seinerzeit hochgeschätzt, eine Vielzahl einflussreicher Positionen im Wissenschaftssystem des Kaiserreichs und der Weimarer Republik, aber auch während des Nationalsozialismus innehatte.

Dieses Buch ist sofort auch im Open Access erhältlich:

https://doi.org/10.5771/9783465147305

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