Arbeit im Übergang – Arbeit neugestalten anhand einer Geschichte der europäischen Arbeitsregulierung
Forschungsprojekt
Mein Forschungsprojekt untersucht wie die Arbeitsregulierung der EU und ihre Sozial- und Wirtschaftspolitik unterschiedliche Ideen von Arbeit und insbesondere von den damit einhergehenden Übergängen von Arbeitnehmern im europäischen, sozialen Integrationsprozess seit 1957 verankert hat. Dabei beziehen sich Übergänge auf Prozesse, in denen sich der Status von arbeitenden Personen in Bezug auf ihre Arbeit verändert, wie z. B. die Arbeitssuche, der Arbeitsplatzwechsel, der Eintritt in nicht-produktive Lebensphasen wie Pflege oder der berufliche Aufstieg innerhalb eines Unternehmens.
Das Projekt untersucht wie diese Ideen von Arbeit und ihren Übergängen in der europäischen Arbeitsregulierung die gesellschaftliche Bedeutung der Arbeit als Indikator für soziale Inklusion verändert haben. Die europäische Arbeitsregulierung bezieht sich dabei auf die rechtlichen, politischen und sonstigen Instrumente, die einen regulatorischen Rahmen für die Arbeit in der vormaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und heutigen Europäischen Union geschaffen haben. Über das europäische Arbeitsrecht hinaus umfasst dies Mechanismen wie die Koordinierung der Beschäftigungspolitik oder den Europäischen Sozialfonds und damit die Instrumente der EU-Regulierung, die konkret und materiell die Lebensrealität der arbeitenden Bevölkerung mitbestimmen.
Anhand einer kritischen und kontextbezogenen Geschichte zeichnet das Projekt die vorhandenen Ideen von Übergängen und deren politischen und wirtschaftlichen Kontext nach und bewertet diese in Hinblick auf ihre konkreten, materiellen Auswirkungen und die Akteure, die sie geprägt haben. Dafür befasst sich meine Arbeit mit der Schnittstelle zwischen Recht und politischer Ökonomie, den Debatten über Wesen, Zweck und Geltungsbereich des Arbeitsrechts, und trägt dazu bei eine historisch-informierte Perspektive auf die derzeitigen großen Umwälzungsprozesse der Arbeitswelt wie den nachhaltigen, digitalen und demografischen Wandel zu entwickeln. Darüber hinaus steht dieses Projekt dafür ein, das vorherrschende inkrementelle, institutionelle, und oft emanzipatorische Verständnis europäischer Integration durch seine Brüche, Diskontinuitäten und alternativen Entwicklungsverläufe neu zu justieren.