Unsere „Kan“-Sammlung entdecken: Was die Kanonisten lasen – und was sie beiseiteließen
Ein unscheinbares Rückenschild mit der Signatur „Kan“ – und doch öffnet sich dahinter eine ganze Welt. In seinem Beitrag „Alte Drucke mit der Signatur Kan“ zeigt Christoph H. F. Meyer, wie Gelehrte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit das Lesen, Zitieren und Herrschen im Medium des Kirchenrechts erlernten.
Anhand von Quellen zwischen römischem Recht, Kanonistik und Theologie rekonstruiert Meyer die Praxis der dichten Abkürzungen und Studienhilfen, die Vorstellungen von Normativität prägten. Zugleich wirft er einen Blick in die Institutsbibliothek, zeichnet nach, was Kanonisten sammelten, was sie beiseiteließen und wie der Bestand mit der Signatur „Kan“ von knapp 2.000 Titeln im Jahr 2009 auf fast 4.800 im Jahr 2025 anwuchs.